Vom Risiko zur Kontrolle
September 2025Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Niederländisch in einer Sonderbeilage von Het Financieele Dagblad zum Thema KI & Datensouveränität veröffentlicht. Zur besseren Zugänglichkeit haben wir ihn hier übersetzt.
Erkenntnisse ohne Datenweitergabe
Organisationen wollen mehr mit Daten und künstlicher Intelligenz erreichen, doch die Zusammenarbeit stockt, sobald sensible Informationen ins Spiel kommen. Das Zentralisieren von Daten ist riskant: Ein einziges Datenleck kann Millionen von Menschen betreffen und wirft rechtliche sowie Souveränitätsfragen auf. Linksight, ein niederländisches Technologieunternehmen für sichere und datenschutzbewusste Datennutzung, bietet eine Lösung. CEO Martine van de Gaar: „Wir verschieben die Logik von ‚bringe die Daten zum Modell’ hin zu ‚bringe das Modell zu den Daten’. So behalten Organisationen die Kontrolle und sensible Informationen bleiben geschützt."
Rohdaten teilen — ohne sie tatsächlich zu teilen
Linksight arbeitet mit Techniken wie Multi-Party Computation und Federated Learning. So können Parteien gemeinsam Daten analysieren, ohne Rohdaten zu teilen: Die Modelle werden an der Quelle trainiert, nur die Ergebnisse werden weitergegeben. Organisationen bestimmen, welche Fragen gestellt werden dürfen und unter welchen Bedingungen. Sobald eine Anonymitätsgrenze überschritten wird, blockiert das System automatisch. Alles wird protokolliert und ist überprüfbar.
Governance als Fundament
Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht Data Governance. Linksight macht transparent, wer welche Berechnung durchführt, wann und auf Basis welcher Regeln. „Governance geht um Vertrauen und die Verteilung von Macht", sagt Van de Gaar. Organisationen behalten ihre eigene Infrastruktur und gewinnen dennoch gemeinsame Erkenntnisse — mit voller Kontrolle. Dies hilft Organisationen in komplexen Sektoren wie Gesundheitswesen, Verwaltung, Finanzwesen und Energie, Entscheidungen auf Basis von Fakten zu treffen — ohne Verhandlungen über Datenaustausch oder zentrale Speicherung.
Branchenübergreifend im Einsatz
Der Ansatz wird bereits in mehreren Sektoren angewandt. Kommunen nutzen die Technologie, um innerhalb des niederländischen Partizipationsgesetzes effektiver zu steuern. Da Daten über verschiedene ausführende Behörden verteilt waren, fehlte bisher ein klarer Überblick. Mit dieser Technologie erhalten Kommunen Einblick in das, was bei der Reintegration funktioniert, und können Politik und Mittel gezielter einsetzen.
Im Gesundheitswesen besteht eine vergleichbare Herausforderung. Bei der Sturzprävention für ältere Menschen sind Daten über Hausärzte, Krankenhäuser und öffentliche Gesundheitsdienste verteilt. Durch die gemeinsame Analyse entsteht ein wesentlich genaueres Bild der Risikofaktoren. Ärzte können besser einschätzen, wer am meisten von präventiven Maßnahmen profitiert. Laut Van de Gaar reagieren Patientenorganisationen positiv: „Weil die Daten an der Quelle bleiben, fühlt es sich sicher an. Und es hilft, die Versorgung besser auf den Patienten abzustimmen."
Auch der Energiesektor erkundet die Möglichkeiten. Gemeinsame Analysen können bei der Bekämpfung von Energiearmut helfen. Durch die Kombination von Daten, ohne sie zu teilen, können Kommunen feststellen, welche Haushalte zuerst Hilfe benötigen. „Beginnen Sie bei Familien mit kleinen Kindern", sagt Van de Gaar. „Dort ist der gesellschaftliche Nutzen am größten."
Vorreiter übernehmen die Kontrolle
Laut Van de Gaar braucht es Mut, um Dinge in Bewegung zu bringen. „Es gibt die ‚Ja-aber-Sager’ und die Vorreiter. Die Letzteren übernehmen einfach die Kontrolle. Dort passiert es."
Lesen Sie den vollständigen Artikel in der Beilage AI & Data Soevereiniteit von Het Financieele Dagblad, oder laden Sie die PDF herunter.