Linksight: Gemeinsame Erkenntnisse aus verschlüsselten Daten
Mai 2026Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Niederländisch in Ausgabe #10 des TTT-Magazins von Novel-T veröffentlicht. Zur besseren Verständlichkeit haben wir ihn hier übersetzt.
Erkenntnisse aus kombinierten Daten sind wichtig für eine bessere Versorgung, eine smartere Betriebsführung und eine wirksamere Politik. In der Praxis lassen sich Datensätze jedoch nicht einfach zusammenführen – wegen Datenschutz- und Datengesetzen und dem zunehmenden Risiko von Datenlecks. Wie sorgt man also dafür, dass man trotzdem neue Erkenntnisse aus kombinierten Daten gewinnen kann? Linksight, eine Ausgründung der TNO, entwickelt mit Unterstützung von TTT-AI eine Methode, um Erkenntnisse aus verschlüsselten Daten zu gewinnen. CEO Martine van de Gaar erzählt über ihre Innovation.
Neue Analysen
Über Linksight haben Organisationen Zugang zu Erkenntnissen aus verschiedenen Datensätzen, ohne die Daten selbst zu sehen. „Jedes Datenstück ist verschlüsselt", erklärt Martine. „Man weiß also nicht, was es ist, aber man kann damit rechnen, sodass man die Erkenntnisse daraus gewinnen kann. Im Grunde kann man Datensätze kombinieren, ohne sensible Daten zu teilen. Dadurch werden neue Analysen möglich." Die Technologie kann zum Beispiel bei der Bewältigung der Wartelistenproblematik in der psychiatrischen Versorgung hilfreich sein. „Diese Listen können miteinander verglichen werden, um zu sehen, wie viele eindeutige Personen darauf stehen. Vielleicht hat sich eine Person zweimal angemeldet oder bei mehreren Einrichtungen. Das lässt sich herausfinden, ohne die individuellen Daten zu sehen."
Wie kann man etwas über etwas erfahren, das man noch nie gesehen hat? Genau das macht Linksight möglich, erzählt Martine. „Unser technologischer Durchbruch besteht darin, dass wir eine kryptografische Methode in praktikable Protokolle umgesetzt haben, unterstützt durch Data-Collaboration-Governance. Das Ergebnis ist ein Produkt, mit dem Endnutzer Erkenntnisse aus kombinierten, verschlüsselten Daten gewinnen können. Die Daten bleiben dabei an der Quelle, aber die verschlüsselten Informationen können zum Rechnen genutzt werden. Man erhält also die Erkenntnisse, aber nicht die Daten selbst." Das eröffnet Unternehmen viele neue Möglichkeiten. „Man hat selbst die Kontrolle über seine Daten", erzählt Martine. „Sie bestimmen, wer etwas mit Ihren Daten – oder einem Teil Ihrer Daten – machen darf. Für jede Zusammenarbeit können Sie das immer wieder neu festlegen."
Martine van de Gaar – CEO Linksight
Produkteinführungen
Die meisten Kunden von Linksight sind im Gesundheitswesen tätig, einem Sektor, in dem viel mit sensiblen Daten gearbeitet wird. „Wir führen Untersuchungen zur Wirksamkeit durch, etwa zu Prozessverbesserungen oder Produktinnovationen", sagt Martine. „Denken Sie zum Beispiel an eine Augentropfenbrille, die es ermöglichen könnte, nach einer Staroperation weniger häusliche Pflege einzusetzen. Dann muss man untersuchen, ob das tatsächlich so ist: Können die Menschen sie selbstständig benutzen? Und wird ausreichend getropft? Dafür braucht man Daten von verschiedenen Parteien: Vom Krankenhaus muss man wissen, wer operiert wurde, von Apotheken, an wen sie die Brille ausgegeben haben, von der häuslichen Pflege, wen sie versorgen, und so weiter. Man hat also verschiedene Parteien mit Daten, die man nicht einfach auf einen Haufen werfen kann, während man diese Erkenntnisse durchaus haben möchte, um die Versorgung zu verbessern. Solche Dinge können wir berechnen, um zu sehen, ob eine solche Produkteinführung Organisationen tatsächlich einen Schritt weiterbringt."
„Ich kann mir auch vorstellen, dass wir es eines Tages genauso seltsam finden, Datensätze auf einen Haufen zu werfen, wie das Rauchen in einem Café. Diesen Wandel im Denken möchte ich wirklich ermöglichen."
— Martine van de Gaar, CEO Linksight
Self-Sovereignty
Mit dieser Technologie deckt Linksight einen großen Bedarf von Organisationen im Jahr 2026 ab: Self-Sovereignty – mit anderen Worten die Selbstbestimmung über Daten. „Wir geben unseren Kunden die Möglichkeit, einen Effizienzgewinn zu erzielen, ohne Abstriche beim Datenschutz machen zu müssen", so Martine. „Mit dem Aufkommen von KI werden immer mehr Modelle verfügbar. Unsere Lösung macht es möglich, all diese KI-Modelle auf sichere Weise zu trainieren. Damit ist es auch möglich, sensible Daten für KI-Modelle zu nutzen. Ich kann mir auch vorstellen, dass unsere Technologie absolut zum Mainstream wird und für ein anderes Denken sorgt. Dass wir es genauso seltsam finden werden, Datensätze auf einen Haufen zu werfen, wie das Rauchen in einem Café. Diesen Wandel im Denken möchte ich wirklich ermöglichen."
Linksight hat Unterstützung von TTT-AI erhalten. „LUMO Labs war dabei sehr hilfreich", sagt Martine. „Als ehemalige Unternehmer kennen sie das Geschäft. Sie wissen, welche Phase man durchläuft und welche Herausforderungen damit einhergehen. Es war schön, sie als Resonanzboden, Sparringspartner und zusätzliche Expertise zu haben."
Quelle: TTT-Magazin #10, Novel-T